Behandlung der Dünndarmentzündung

Behandlung Dünndarmentzündung
Für eine optimale Behandlung ist es unverzichtbar, eine klinische Untersuchung des Patienten durchzuführen. Diese dient als Grundlage für die Auswahl aller weiteren diagnostischen Maßnahmen. Neben einer körperlichen Untersuchung, die die Bereiche Puls, Blutdruck, Körpergewicht und Körpergröße umfassen sollte, ist des Weiteren auch eine Betrachtung der Haut und der Schleimhäute erforderlich. Im Anschluss daran sollte dann ein Abtasten der Schilddrüse (medizinisch Palpation genannt) erfolgen. Diese Maßnahme ist unbedingt erforderlich, um eine entsprechende Differentialdiagnose zu erstellen. Grund dafür ist vielfach das Vorliegen einer Schilddrüsenüberfunktion, eine so genannte Hyperthyreose.

Medizinische Maßnahmen

Erst im Anschluss an diese genannten Maßnahmen sollte eine Palpation des Bauchraumes (medizinisch Abdomen) sowie eine digitale Rektaluntersuchung erfolgen. Letztere Maßnahme dient dazu, durch eine Untersuchung des Mastdarmes (medizinisch Rektum) Blut oder Schleim im Stuhl festzustellen. Der blutige Durchfall führt nämlich vielfach dazu, dass die Patienten an einem Verlust des Spurenelements Eisen leiden. Nimmt die Dünndarmentzündung zu, kann sich daraus schnell eine Eisenarmut (medizinisch Anämie) entwickeln. Hinzu kommen erhebliche Nährstoffverluste, die durch den Durchfall ausgelöst werden. Damit der Mangel an Eiweiß und anderen Vitaminen wieder ausgeglichen werden kann, muss neben den Vitaminen A, C und D auch Folsäure und Thiamin verabreicht werden.

Risiko: Darmkrebs

Wird diese Behandlungsmaßnahme unterlassen, werden schnell auch andere Organe wie Augen, Galle oder Leber betroffen. Zudem besteht für die Patienten ein weitaus höheres Risiko, durch die ständigen Entzündungen an Darmkrebs zu erkranken. Nach dem der Hausarzt seine Behandlungen abgeschlossen hat, sind weitere Untersuchungen nötig. Hierzu zählt neben der Darmspiegelung (medizinisch Endoskopie) auch die Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung (sogenannte Sonographie). Erstere Untersuchungsmaßnahme dient dazu, mit Hilfe eines schlauchartigen Instruments die entsprechenden Darmabschnitte inklusive der Darmwand zu beobachten. Je nach Bereichsfeststellung wird entweder eine Magenspiegelung (Gastroskopie) oder eine Dickdarmspiegelung (Koloskopie) vonnöten sein.

Unregelmäßigkeiten im Darmprozess

Werden Unregelmäßigkeiten in einem Darmabschnitt festgestellt, erfolgt in den meisten Fällen auch eine Entnahme von kleineren Gewebeproben, die sogenannte Biopsie. Röntgenuntersuchungen dienen in erster Linie dazu, Ausbuchtungen innerhalb der Darmwand oder gestörte Darmbewegungen festzustellen. Dagegen reicht eine Ultraschalluntersuchung für sich alleine – wie sie immer noch durchgeführt wird – für eine gesicherte Diagnose keinesfalls aus. Innerhalb der Labordiagnostik müssen nunmehr die jeweiligen Entzündungsparameter festgestellt werden. Hierfür dient ein kleines Blutbild mit den Werten BSG (das heißt Blutsenkungsgeschwindigkeit) und CRP (C-reaktives Protein). In Abhängigkeit von den Ergebnissen aus der Anamnese erfolgt dann eine Stuhluntersuchung auf den immer häufiger auftretenden Noro-Virus. Einen Nachweis im Stuhl erbringt der RNA-Test.

Die verschiedenen Ursachen einer Dünndarmentzündung

Oftmals liegt die Ursache einer Dünndarmentzündung auch in Pilzen, Parasiten oder Wurmeiern im Stuhl. Ursache kann auch eine Lactoseintolleranz oder ein Bauchspeicheldrüsenenzym sein. Im ersten kommt der Lactosetoleranztest zum Einsatz, im zweiten wird Elastase im Stuhl nachgewiesen. Daher ist neben dem kleinen Blutbild meist auch noch ein Differentialblutbild vonnöten. Liegt eine Stoffwechselstörung vor, die ebenfalls zu Entzündungen im Darm führen kann, müssen die Porphyrine im Urin nachgewiesen werden. Mit Hilfe des allergenspezifischen IgE werden beim Patienten eventuelle Nahrungsmittelallergien nachgewiesen. Auch die Medizingerätediagnostik ist für eine Enteritis – ob bakteriell verursacht oder chronisch – unerlässlich. Zur Abklärung der genauen Symptomatik wird vielfach eine Abdomensonographie (Ultraschall der Bauchorgane) eingesetzt. Diese Methode dient allerdings nur als Basisdiagnostik.

Verdacht abklären lassen

Danach muss unterschieden werden zwischen einem Verdacht auf eine entzündliche Diarrhö und einem Verdacht auf eine sekrotische oder chronische Diarrhö. Bei der ersten Feststellung erfolgt eine Röntgenuntersuchung des Dünndarms nach Sellink, bei der zweiten Feststellung eine Magnetresonanztomographie (kurz MRT). Ist erst einmal eine Ursache bekannt, muss auf eine entsprechende Reduktion der Risikofaktoren geachtet werden. Dazu muss meist die Ernährung umgestellt bzw. der Alkoholkonsum minimiert werden. Kalte Speisen sowie der Verzehr allergieauslösender Lebensmittel sind zu meiden, daher muss auf Milch, Ei, Schokolade, Hefe, Nüsse, Käse oder bestimmte Früchte- oder Gemüsesorten gänzlich verzichtet werden.

Die Antibiotika-Behandlung

Neben entsprechenden Hygienemaßnahmen setzt der Arzt auch Medikamente ein. Hilfreich ist meist ein Antibiotika, aber Achtung: Wird dieses Medikament nicht adäquat eingesetzt, kann dies zu einer Verschiebung der Darmflora führen. Dadurch hat eine ungezielte Antibiotikabehandlung in den meisten Fällen eine noch größere Darmentzündung zur Folge (sogenannte Enteriden). Bei chronischen Darmerkrankungen spielt vielfach die genetische Veranlagung eine Rolle, ein erhöhter Zuckerkonsum oder die Zubereitung von chemisch aufbereiteten Speisefetten, wie zum Beispiel Margarine ist auch nach neuesten Studien wissenschaftlich nicht bewiesen. Weitaus häufiger liegen als Ursache für eine Dünndarmentzündung psychische Erkrankungen vor.

 

Bildquelle: ©  James Palinsad / flickr